Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Kriegenbrunn

Die Freiwillige Feuerwehr Kriegenbrunn wurde am 11. April 1896 von 40 Männern im Gasthaus Frühthaler gegründet. Lange vor der Gründung bestand eine Löschhilfe.

Am 15. Oktober 1821 brach mittags ein Großfeuer aus, wobei 4 Scheunen mit Nebengebäuden vollständig niederbrannten.

Es waren dies die Anwesen:

              Konrad Fürst              Kriegenbrunn Nr. 23

              Johann Wolfgang Feder Kriegenbrunn Nr. 24

              Konrad Rohmer          Kriegenbrunn Nr. 25

              Georg Egelseer          Kriegenbrunn Nr. 26

Am 13. Dezember 1847 brannten nachts um 1.00 Uhr die Scheunen

              Johann Georg Förster   Kriegenbrunn Nr. 29

              Michael Pilsberger      Kriegenbrunn Nr. 30

ab. Nach diesen Bränden wurde vom Königlich Bayerischen Landgericht Erlangen der Antrag gestellt, eine Löschmaschine zu kaufen  und ein Aufbewahrungshaus mit einem Kostenaufwand von 1.200 bis 1.500 Gulden zu bauen. 30 Gemeindebürger stimmten dem Antrag zu.

Im Jahr 1893 wurden am 24. Februar Werkstatt und Scheune des Schmiedemeisters Michael Stenz, Kriegenbrunn Nr. 24, ein Raub der Flammen.

Drei Jahre später wurde dann am 11. April 1896 von 40 Männern die Freiwillige Feuerwehr Kriegenbrunn gegründet und mit Uniformen und Ausrüstungsgegenständen ausgestattet.

              1. Vorstand  war Friedrich Rauch, Kriegenbrunn Nr. 2

              1. Kommandant Stefan Egelseer, Kriegenbrunn Nr. 10

              Kassier Johann Georg Egelseer, Kriegenbrunn Nr. 22

Am 11. November 1897 brannte nachts um 1.00 Uhr die Scheune von Konrad Helm, Kriegenbrunn Nr. 51, nieder. Desgleichen wurde   am 8. November 1899 die Scheune von Friedrich Rauch, Kriegenbrunn Nr. 2, ein Raub der Flammen.

Noch im gleichen Jahr, also 1899, wurde eine neue Saug- und Druckspritze von der Gemeinde angeschafft.

In der Chronik ist weiter verzeichnet, daß am 29. Juni 1901 die Scheune von Johann Hirschmann, Kriegenbrunn Nr.7, durch Blitzschlag getroffen wurde und niederbrannte.

Während des 1. Weltkrieges brannten am 8. Januar 1917    zwei Scheunen nieder, die Scheunen der Gebrüder Egelseer, Kriegenbrunn Nr.22 und Nr. 26.

Die Gemeinde kaufte     im Jahre 1924 eine neue MAGIRUS-Schubleiter.

Am 18. September 1932 entstand ein Feuer durch Blitzschlag.  Es brannten das Wohnhaus, der Stall  und die Scheune des Friedrich Mutzbauer, Kriegenbrunn Nr.44, sowie die Scheune von Michael Nordhardt, Kriegenbrunn Nr.41, nieder. Dabei war die  Freiwillige Feuerwehr Frauenaurach zum ersten Mal mit ihrer Kleinmotorspritze TS 8/8 im Einsatz.  Die Gemeinde Kriegenbrunn  entschloß sich im Jahre   1935, eine neue Kleinmotorspritze TS 8/8 mit sämtlichem Kleingerät und Schläuchen anzuschaffen, was auch dann in die Tat umgesetzt wurde.

Am 28. August 1943 schlug der Blitz in die Scheune von Fritz Schelle, Kriegenbrunn Nr. 6, ein, wodurch die Scheune vollständig abbrannte.

Im April 1945 brannte durch Beschuß die Scheune von Johann Link, Kriegenbrunn Nr. 14, ab. Dabei wurde der Feuerwehrkammerad Georg Gebhardt durch Granatsplitter schwer verletzt und starb im Lazarett in Iphofen.

Unsere Wehr war im 2. Weltkrieg für Löscheinsätze bei Bombenangriffen auf Nürnberg  und Umgebung mit einer Löschgruppe und den Geräten als Löschhilfe eingesetzt.

Nach dem Zusammenbruch 1945 war fast ein Jahr Stillstand bei der Freiwilligen Feuerwehr. Von den Amerikanern wurde Konrad Mayer als Kommandant eingesetzt.

Im Januar 1946 wurde eine neue Ordnung über das Feuerlöschwesen erlassen. Daraufhin wurde von dem ehemaligen Bürgermeister Georg Nordhardt eine  Zusammenkunft im Gasthaus Rottner  anberaumt. Kreisbrandmeister Hans Pilsberger hatte vorgeschlagen, einen neuen Kommandanten und Vorstand zu wählen.

Es wurden gewählt als:

              1. Vorstand und Kommandant Hans Gebhardt, Hs.-Nr. 59

              2. Vorstand und Kommandant Fritz Supguth, Hs.-Nr. 35

              3. Kassier Karl Drechsler, Hs.-Nr. 57

Dem Wahlspruch folgend: “Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“, begann die Arbeit. Geräte und Ausrüstung mußten auf den neuesten Stand gebracht werden.

Eine Gefallenen- und Vermißtentafel wurde angefertigt. Im Jahre 1952 hatte Bürgermeister  Hans Hager für die Anfertigung der Ehrentafel Herrn Studienrat Löffler aus Erlangen gewinnen können. Die Ehrentafel hat im Gasthaus Rottner einen festen Platz gefunden.

Am 4. August 1953 ging um 21.45 Uhr wieder der Feuerteufel um. Es brannten die Scheunen von Adam Egelseer, Haus Nr. 26  und Martin Fürst, Haus Nr. 25. Dieses Feuer drohte zu einem Großbrand zu werden. Eingesetzte Wehren waren: Kriegenbrunn, Frauenaurach, Hüttendorf, Erlangen, Vach und Herzogenaurach. Nicht mehr zum Einsatz kamen: Eltersdorf, Neuses, Niederndorf, Steudach, Haundorf und die Berufsfeuerwehr Fürth.

Im Jahre 1960 wurde vom Landkreis Erlangen das erste TLF 16 angeschafft und in Kriegenbrunn stationiert. Die Wehr wurde somit zur Stützpunktwehr erhoben. Den aktiven Männern wurde dadurch eine große Aufgabe übertragen. Zu den bereits vorhandenen Geräten kam noch ein Trocken-Löschgerät P 250 hinzu, das für Einsätze bei Öl- und Autobränden auf der Autobahn bestimmt war.

1965 wurden mit Gemeindemitteln 1 TS 8/8 MAGIRUS mit Zubehör,  10 Schutzanzüge und Schläuche gekauft.

Bei der Generalversammlung 1969 wurde beschlossen, eine Fahne anzuschaffen. Als Wahrzeichen der Gemeinde wurde die Kirche aufgestickt. Der Wahlspruch auf der Fahne lautet:

                    „Wohltätig ist des Feuers Macht,

              wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht!“

Die Patenschaft übernahm die Freiwillige Feuerwehr Vach

Im November 1969 wurde der Kreisbrandmeister und Kommandant Hans Gebhardt mit dem Steckkreuz des Feuerwehr-Ehrenzeichens für Verdienste im Feuerlöschwesen ausgezeichnet.

1970 wurde das Gerätehaus vollständig renoviert. Es wurden eine elektrische Heizung eingebaut, 10 Schutzmäntel und vieles Kleingerät angeschafft. Die Gesamtkosten der Renovierung betrugen 50.000,-DM.

Vom 9.- 11. Juli 1971 feierte die Wehr ihr 75jähriges Bestehen. Das Gründungsfest war mit der Weihe der Vereinsfahne und dem Kreisfeuerwehrtag des Landkreises Erlangen verbunden.

1972 erfolgte die Eingemeindung nach Erlangen.

Vom Gemeinderat war zuvor noch die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges beschlossen worden, da das kreiseigene TLF abgegeben werden mußte. Die Feuerwehr führt nach der Eingemeindung die Bezeichnung „ Freiwillige Feuerwehr Kriegenbrunn Vorortlöschzug Kriegenbrunn“. Das neue Tanklöschfahrzeug TLF 16/25   wurde im Januar 1973 ausgeliefert.

1975: Stadtbrandmeister und Kommandant Hans Gebhardt scheidet aus dem aktiven Dienst aus. Gleichzeitig  wird er zum Ehrenkommandanten ernannt. Zum neuen Kommandanten wird Werner Förster gewählt.

1976: Das Jahr der vielen Waldbrände. Insgesamt wird die Wehr zu 29 Lösch- und Hilfeleistungseinsätzen herangezogen.

1978: Ein Großbrand der Förstermühle in Erlangen-Bruck erfordert den Einsatz mehrerer Feuerwehren. Trotzdem brannte die Mühle völlig aus. Verursacht haben den Brand spielende Kinder.

1979 wurde eine neue Satzung beschlossen. Kommandant und 1. Vorsitzender bleibt Werner Förster, sein Stellvertreter Hans Pilsberger.

1981 wird ein Vereinsbild angefertigt. Dieses befindet sich im Gasthaus Rottner.

An dem seit 1981 von der Stadt Erlangen ausgetragenen Pokalwettbewerb der Erlanger Feuerwehren nahm jedes Jahr eine Gruppe unserer Feuerwehr teil, wobei folgende Plazierungen erreicht wurden:

              1. Platz 1981

              1. Platz 1982

              4. Platz 1983

              4. Platz 1984

              1. Platz 1985

              1. Platz 1986

              1. Platz 1987

Eine Löschgruppe der Wehr nahm im Juli 1982 am Landeswettbewerb in Oberösterreich in Perg teil. Die Mannschaft absolvierte mit Erfolg das österreichische Leistungsabzeichen in Bronze.

              Gruppenführer:             Reinhardt  Reiner

              Maschinist:                  Rottner Georg

              Melder:                        Mayer Erwin

              Angriffstruppführer:      Rosa Franz

              Angriffstruppmann:        Richter Bernhard

              Wassertruppführer:       Grosch Gerhard

              Wassertruppmann:         Paluchin Georg

              Schlauchtruppführer:      Pfister Peter

              Schlauchtruppmann:       Keck Robert

              Ersatz:                           Grosch Armin

Im selben Jahr beschaffte der Verein aus eigenen Mitteln einen Mannschaftstransporter (VW-Bus), der von der Stadt Erlangen ausgerüstet wurde (wegen „Altersschwäche“ zwischenzeitlich ausgemustert).

März 1984: Brand der Hochdruck-Gasleitung in Nähe der Königsmühle (Eltersdorf) . Erst nach etwa 1,5 Stunden wurden die bis zu 200 Meter hohe Feuersäule kleiner, als ein Schieber geschlossen werden konnte. Im Umkreis von etwa 100 Metern brannten die Bäume. Opfer der starken Hitzeentwicklung wurden eine Scheune und ein Nebengebäude der Königsmühle.

Mai 1985: Bei Isolierarbeiten am fast vollendeten Neubau der Vierfachturnhalle im Erlanger-Berufsschulzentrum kam es zu einem Dachstuhlbrand. Trümmer einer explodierenden Gasflasche gefährdeten die Löschkräfte.

1986: 18. - 20. Juli - Feier unseres  90-jährigen Stiftungsfestes mit Festzelt und Umzug mit 90 Gruppen. Mitgliederstand 137 davon 71 aktiv Dienstleistende.

1987: Nachdem eine Gruppe unserer Wehr den Wanderpokal der Feuerwehr Erlangen dreimal in Serie gewonnen hat bleibt dieser nun in Kriegenbrunn. Die Löschgruppe bildeten:

              Bernhard Richter         Horst Galster

              Helmut Piringer          Georg Paluchin

              Armin Grosch             Jürgen Richter

              Helmut Nordhardt        Gerhard Grosch

1988: Ausbau eines 3. Fahrzeugstellplatzes im Gerätehaus. Finanziert durch den Feuerwehrverein. Gesamtkosten 3.111,55 DM. Ein LF 16/TS (Baujahr 1960) wird zusätzlich in Kriegenbrunn stationiert. Als Ergänzung ist zwischenzeitlich ein Ölschadensanhänger, der als Geräteträger genutzt wird, hinzugekommen.

Juni 1993: Im Gossen-Gebäude in Erlangen war bei Sanierungsarbeiten ein Brand des Dachstuhls entstanden.

November 1993: Dachstuhlbrand bei Walter Grosch, Wallensteinstraße. Durch schnelles Eingreifen konnte größerer Sachschaden verhindert werden.

August 1994: In Hüttendorf brannte eine Scheune mit Stallungen eines Ferkelzuchtbetriebes völlig aus. Etwa 200 Jungschweine verendeten durch den Brand

September 1995: Schwelbrand im Anwesen Gasthaus Georg Rottner. Das Abtragen der Sägespäne war äußerst langwierig. Der gesamte Spänebunker mußte von Hand ausgeräumt werden. Einsatzdauer 10 Stunden.

Neben den hier aufgezeichneten Bränden war die Feuerwehr Kriegenbrunn in den vergangen 100 Jahren bei zahlreichen kleineren Einsätzen, vor allem bei Wasserschäden, gefordert.

Bei den Feuerwehr-Wandertagen waren unsere Mitglieder mit ihren Familien immer zahlreich vertreten. Die letzten Jahre gingen die Preise für die zahlenmäßig stärkste Gruppe regelmäßig nach Kriegenbrunn.

Die aktiven Männer der Feuerwehr legten in den vergangenen Jahren zahlreiche Leistungsprüfungen des Modells Bayern und in den letzten Jahen zusätzlich das neu geschaffene Leistungsabzeichen Erlangen ab.

Durch regelmäßigen Übungsdienst und Atemschutzübungen wird die Einsatzfähigkeit gewährleistet.

Die Freiwillige Feuerwehr hat im Jubliäumsjahr  142 Vereinsmitglieder, davon 40 aktiv Dienstleistende.